Schiedsrichterbeobachter erhalten Schulung zu neuem Beobachtungsbogen

Mehr Differenzierung, mehr Gesamteindruck, mehr Spielverständnis. Unter diesen Schlagworten fand am Samstag im Eichamt Glauchau die Schulung der Kreisbeobachter unter dem neuen Verantwortichen für Beobachtungswesen Sören Kosmale statt.

Nach 13 Jahren mit dem alten „Zehnerbogen“, der für Fachfremde oftmals schwer verständlich war, gab es in diesem Sommer eine kleine Revolution auf dem Gebiet der Schiedsrichterbeobachtungen, denn bundesweit wurde ein neuer Beobachtungsbogen eingeführt. Dieser enthält im Vergleich zu seinem Vorgänger zahlreiche Unterkategorien und erlaubt es den Schiedsrichterbeobachtern, die Leistung der Referees noch detaillierter auszuwerten als bisher. Im Fokus steht nun noch mehr die Gesamtperformance des Schiedsrichterkollektivs und weniger einzene Entscheidungen.

Über insgesamt fünf Stunden wurden die Kreisbeobachter durch Sören Kosmale in die Feinheiten des neuen Beobachtungsbogens eingeführt. Dabei wurde besprochen, für welche Situationen es Aufwertungen für den Schiedsrichter geben kann und für welche ihm Punkte abgezogen werden müssen. Ziel ist es, aus den subjektiven Beobachtungen eine möglichst einheitliche Linie zu entwickeln und Schiedsrichterleistungen so vergleichbar wie möglich abzubilden. Für die Schiedsrichter bedeutet der neue Bogen ebenfalls einen Fortschritt, da ihre Leistungen zum einen noch besser vergleichbar sind und zum anderen einfacher herausgearbeitet wird, in welchen Bereichen die Stärken und Schwächen der Schiedsrichter liegen.

Nach der theoretischen Einführung und der beispielhaften Erläuterung an Einzelszenen schauten sich die Kreisbeobachter die Zusammenfassung von zwei Europa-League Spielen von Eintracht Frankfurt an und erarbeiteten sich anhand der gezeigten Szenen eine Beobachtungsauswertung inkl. Punktzahl für die dargebotene Leistung des Schiedsrichterkollektivs. Dabei kam es zu regen Diskussionen zwischen den Teilnehmern, aber auch großen Übereinstimmungen bei der Beurteilung komplexer Regelsituationen. Die gemeinsame Spielanalyse war somit ein großer Faktor für die Festlegung einer einheitlichen Beobachtungsrichtlinie.

Während der Tagung wurde Andreas Langer mit der Silbernen Ehrennadel des Sächsischen Fußballverbandes für seine langjährigen Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet. Ebenfalls geehrt wurden Marco Gruhn für 35 Jahre Schiedsrichtertätigkeit sowie Axel Keßler, welcher sein 25-Jähriges Jubiläum feierte.

Der Schiedsrichterausschuss war sehr zufrieden mit der Tagung und sieht seine Beobachter bestens vorbereitet für die Herausforderungen der neuen Saison. Die Kreisschiedsrichter erhalten zum 1.Lehrabend am 19.08.22 ebenfalls eine Kurzeinführung in den neuen Beobachtungsbogen. Dieser findet sich zur Einsicht bereits im Downloadbereich bei uns auf der Homepage.

Der Schiedsrichterausschuss des KVFZ bedankt sich bei Fortschritt Glauchau und dem Sportlerheim am Eichamt für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Verpflegung zur Beobachtertagung![BS]

Der neue Beobachterchef Sören Kosmale stimmt die Teilnehmer auf die Spielanalyse ein.
Andreas Langer (m.) wird mit der Silbernen Ehrennadel des SFV ausgezeichnet.
Axel Keßler (2.v.l.) und Marco Gruhn (2.v.r.) werden für ihre Schiedsrichter-Jubiläen geehrt.